Verband der Zeitschriftenverlage in Nordrhein-Westfalen e.V.

Hyperlinks können Urheberrechtsverletzungen darstellen

Hyperlinks können Urheberrechtsverletzungen darstellen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass das Setzen eines Hyperlinks eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann. Entscheidend ist, ob eine Gewinnerzielungsabsicht des Linksetzenden vorliegt oder nicht.

Bei privaten Websitebetreibern, die regelmäßig ohne Gewinnerzielungsabsicht handeln, müsse man bereits die Voraussetzung der „öffentlichen Wiedergabe“, die für eine Urheberrechtsverletzung erforderlich ist, verneinen. Für Privatpersonen sei es teilweise schwierig zu erkennen, dass auf den verlinkten Internetseiten Urheberrechtsverletzungen begangen werden. Dennoch gehen die Richter auch bei Privatpersonen ohne Gewinnerzielungsabsicht von einer „öffentlichen Wiedergabe“ aus, sofern der Verlinkende die Rechtswidrigkeit kannte oder kennen musste.

Betreiber kommerzieller Websites haften für die Verlinkung auf andere Internetseiten, deren Inhalte Urheberrechte verletzen. Die Richter vermuten zulasten der kommerziellen Internetseitenbetreiber, dass diese in Kenntnis der Urheberrechtsverletzung auf der verlinkten Website handeln. Die Richter gingen weiterhin davon aus, dass von jemandem, der mit Gewinnerzielungsabsicht agiere, erwartet werden könne, erforderliche Nachprüfungen bezüglich eventueller Urheberrechtsverletzungen vorzunehmen.

VZVNRW, 27.10.2016

Widersprüche durch Portal „werbestopper.de“ genau prüfen

Widersprüche durch Portal „werbestopper.de“ genau prüfen

Seit September 2016 betreibt die Gesellschaft zur Durchsetzung von Verbraucherinteressen“ (GDVI) das Portal „werbestopper.de“. Dieses will nach eigenen Aussagen Verbraucher in den Stand versetzen, Werbung umfänglich zu untersagen. Zudem sollen über das Portal, wenn Verbraucher dies wünschen, Datenauskünfte bei Unternehmen eingeholt und Widersprüche gegen deren Datenverarbeitung bewirkt werden. Registriert sich ein Verbraucher entgeltfrei unter Angabe seiner persönlichen Daten auf dem Portal, wird automatisch eine voreingestellte Blacklist, die werbetreibende Unternehmen und Trägermedien von Werbung aufführt, für den Nutzer aktiviert. An die gelisteten Unternehmen leitet der GDVI automatisch innerhalb einer vorgegebenen Frist vorformulierte Widersprüche, die als „Werbeverbote“ bezeichnet werden. Werbestopper.de verspricht, die Blacklist sei dynamisch, d.h. es könnten jederzeit neue Unternehmen aufgenommen werden. Der Nutzer kann einzelne Unternehmen auf eine Whitelist setzen, um sie von der Werbesperre auszunehmen.

Das Geschäftsmodell der GDVI wirft vielfach Rechtsfragen im Bereich Datenschutzrecht, Wettbewerbsrecht und Verbraucherschutzrecht auf, die derzeit auf Veranlassung des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) geprüft werden. Sollten Sie durch das Portal per Post oder Fax einen Widerspruch erhalten, sollten Sie genau überprüfen, ob dem Widerspruch eine wirksame Bevollmächtigung des Nutzers zugrunde liegt. Ist dies nicht der Fall empfiehlt auch der ZAW, den Widerspruch unter Hinweis auf die fehlende Erklärungsvollmacht nach § 174 BGB unverzüglich zurückzuweisen.

VZVNRW, 24.10.2016

Digitale POD-Lösungen beim 10. Networken für NRW-Verleger

Digitale POD-Lösungen beim 10. Networken für NRW-Verleger

Beim 10. Networken für NRW-Verleger am 06.10.2016 lauschten über 20 VZVNRW-Mitglieder dem Vortrag "Digitale POD-Lösungen für die Vermarktungen von personalisiertem Content und/oder granularen Inhalten". Referenten waren Herr Paul Robert Hoene von der DVS Media GmbH sowie Frau Nicole Royar, Geschäftsführerin der SDK Systemdruck Köln GmbH & Co. KG und seit 1.4.2016 zusätzlich Leiterin Einkauf Medien/Herstellkoordination der Rudolf Müller Medienholding. Frau Royar stellte Möglichkeiten vor, wie der artikelweise Verkauf von Zeitschriften im Webshop aussehen oder der Verlag seinen Kunden individualisierte Bücher anbieten kann. Die bestmögliche Befriedigung der Kundenbedürfnisse ermöglicht eine Markterweiterung durch das Angebot der Individualisierung. Wie ein solches Komplettangebot, welches beim Gastgeber der Veranstaltung, der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, seit sechs Monaten mit der Zielgruppe ausprobiert wird, aussehen kann, demonstrierte Frau Royar anhand verschiedener Beispiele, unter anderem auch live im Webshop.

 

Die Networken-Teilnehmer fanden nach dem Vortrag bei leckerem Fingerfood zu anregenden Gesprächen zusammen.

 

 VZVNRW, 19.10.2016

 

Prof. Dr. Hubert Burda kündigt seinen Rücktritt als VDZ-Präsident an

Prof. Dr. Hubert Burda kündigt seinen Rücktritt als VDZ-Präsident an

VDZ-Präsidium schlägt als Nachfolger Dr. Stephan Holthoff-Pförtner vor
Wahl des neuen Präsidenten durch die VDZ-Delegiertenversammlung am 6.11.2016

VDZ-Präsident Prof. Dr. Hubert Burda hat sich entschlossen, sein Amt im 20. Jahr seiner Präsidentschaft an der Spitze des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger abzugeben. Die Entscheidung sei gereift und komme zur richtigen Zeit. „Der VDZ ist so gut aufgestellt wie nie, er wirkt mit großer Nachhaltigkeit und erfolgreich sowohl in Berlin als auch in Brüssel: Wir haben gerade in diesem Jahr politisch enorm viel erreicht“, so der VDZ-Präsident.

Das Präsidium des VDZ dankt Burda für seine herausragenden Leistungen und Verdienste für die gesamte Branche wie für deren Interessenvertretung. „Er hat die positive Entwicklung des VDZ und der gesamten Branche maßgeblich gestaltet. Als Verleger ist er ein Musterbeispiel dafür, wie ein Unternehmer in der zunehmend digitalisierten Verlagswelt agieren kann“, so VDZ-Vizepräsident Dr. Rudolf Thiemann. Er stehe exemplarisch für die Leidenschaft der deutschen Zeitschriftenverleger. Er habe nie nachgelassen, die Bedeutung des Magazinjournalismus in der Gesellschaft zu betonen.
 
Als Nachfolger schlägt das VDZ-Präsidium der Delegiertenversammlung Dr. Stephan Holthoff-Pförtner vor. Er stammt aus der Gesellschafterfamilie der FUNKE MEDIENGRUPPE, die in den vergangenen Jahren hohe Investitionen in Magazine verschiedener Gattungen und damit in das Fundament des Zeitschriftengeschäfts getätigt hat. Der FUNKE-Zeitschriftenbereich hat sich durch diese unternehmerischen Schritte nicht nur zu einer tragenden Säule der MEDIENGRUPPE entwickelt, er gehört auch zu den Top 4-Magazinverlagen in Deutschland.

Der gebürtige Essener wirkt als Verleger, Unternehmer, Rechtsanwalt und Notar von seiner Heimatstadt aus. Holthoff-Pförtner ist in der politischen Welt über die Parteigrenzen hinweg vernetzt und ein gefragter Ratgeber zahlreicher Vorstände unterschiedlichster Unternehmen und Branchen. In vielen Ehrenämtern engagiert er sich karitativ und kulturell.

"Stephan Holthoff-Pförtner ist ein hochkompetenter, in gleicher Weise unternehmerisch wie politisch denkender und agierender Verleger“, betont Thiemann.
 
Die VDZ-Delegiertenversammlung wird als zuständiges Wahlgremium am Sonntag, 6. November, in Berlin über die Nachfolge Burdas abstimmen. Mitglieder der Delegiertenversammlung sind Verleger und leitende Verlagsangestellte, deren Verlage zugleich einem der fünf Landesverbände und einem der drei Fachverbände des VDZ angehören.

VDZ, Berlin, 18. Oktober 2016.

Post an guten Beziehungen zu den Verlagen interessiert

Post an guten Beziehungen zu den Verlagen interessiert

Beim 8. VDZ Distribution Summit des VDZ in Hamburg begründete Martin Linde,
CSO Vertrieb in der Sparte Post, einen Neuanfang zwischen Verlagen und
Deutscher Post. Nachdem die zwei Vorgänger Lindes mit ungeschickten
Konditionenverhandlungen für den Abo-Versand im vergangenen Jahr viel
Missstimmung erzeugt hatten, beteuert Linde nun sein großes Interesse an
guten Beziehungen zu den Verlagen.

VZVNRW, 17.10.2016